Die Auswirkung des Trainingsraum

 

1. Einleitung

Das Trainingsraum-Programm wurde erstmals im Jahr 1994 vom Sozialarbeiter Edward E. Ford in Phoenix, Arizona entwickelt.  Das Trainingsraum-Programm soll Störaktionen in der Klasse eingrenzen und hat folgende Ziele:

1. Die lernbereiten Schüler sollen geschützt und ihnen ein entspannter, ungestörter und qualitativ guter Unterricht angeboten werden.

2. Häufig störende Schüler sollen Hilfen angeboten bekommen, die darauf ausgerichtet sind, ihr Sozialverhalten zu verbessern und die notwendigen

sozialen Schlüsselqualifikationen zu erlangen. Diese Hilfestellung, also ein Training der sozialen Schlüsselqualifikationen, erfolgt in einem eigens dafür vorgesehenen Raum, dem „Trainingsraum“ („Responsible-Thinking Classroom“).

FORD und VENTIS (1999) betonen, dass das Trainingsraum-Programm dazu da ist, um eine Atmosphäre des gegenseitigen Respekts zu schaffen.

 

Der gegenseitige Respekt ist also eine Maxime des Trainingsraum- Programms. Für die Klassensituation leiten sich daraus folgende drei Regeln ab, die einzuhalten sich alle Beteiligten (Schüler und Lehrer) verpflichten:

1. Jede Schülerin und jeder Schüler hat das Recht ungestört zu lernen.

2. Jede Lehrerin und jeder Lehrer hat das Recht ungestört zu unterrichten.

3. Jede/r muss stets die Rechte der anderen respektieren.

 

2. Beschreibung der Vorgehensweise

 

Arbeit mit Schülern und Eltern

Die Klassenlehrer haben mit ihren Klassen die gültigen Klassenregeln vereinbart und schriftlich festgehalten. Die Kinder bekamen auch schriftliche Informationen über das Trainingsraum-Programm ausgehändigt. Eltern wurden im Rahmen eines Elternabends und auch durch einen Elterninformationsbrief über das Trainingsraum-Programm informiert.

 

Procedere

Das Trainingsraum-Programm wird folgendermaßen gehandhabt:

 

· Bei Störung des Unterrichtsflusses durch einen Schüler erfolgt umgehend eine ausdrückliche Ermahnung: „Ich ermahne dich ausdrücklich. Möchtest du inden Trainingsraum gehen oder in der Klasse bleiben?

Der Lehrer füllt einen Informationszettel für den Trainingsraum aus und gibt ihn dem Schüler mit.

Der Schüler geht in den Trainingsraum.

Er gibt den Informationszettel im Trainingsraum ab.

Er nimmt sich ein Formular für den Rückkehrplan. Dieser Rückkehrplan soll dem Lehrer eine Information darüber vermitteln, ob der Schüler konkrete Vorschläge hat, wie er sein Verhaltensproblem im Sinne der Klassenregelnzukünftig lösen oder vermeiden kann.

Wenn der Schüler sich entschieden hat, dass er in die Klasse zurückkehren möchte, beginnt er mit der Ausarbeitung des Rückkehrplans für den Lehrer, der geschickt hat.

Der Schüler bespricht den Rückkehrplan mit dem Trainingsraumlehrer, wenn er im Trainingsraum an der Reihe ist.

Gegebenenfalls erfolgt eine Verbesserung des Rückkehrplans durch den Schüler.

Wenn der Rückkehrplan erkennen lässt, dass der Schüler Einsicht zeigt und bereit ist, sich an die Klassenregeln zu halten, darf er zurück in die Klassegehen.

Bei der Rückkehr in die Klasse darf der Schüler nicht erneut stören, wenn er dies dennoch tut, muss er direkt zurück.

Der Schüler muss mit der Besprechung des Rückkehrplans warten, bis der Lehrer Zeit dafür hat.

Bei Annahme kommt es zu einer schriftlichen Vereinbarung mit dem Lehrer.

Bei Ablehnung muss eine Verbesserung des Rückkehrplans im Trainingsraum erfolgen.

Wenn trotz häufiger Vereinbarungen Fortschritte fehlen, wird ein Beratungsgespräch mit den Eltern durchgeführt.

 

3. Erwartungen an die Wirksamkeit des Trainingsraumes

 

Das Regelbewusstsein (vor allem Sozialverhalten betreffend) sollte bei Schülern und Eltern besser ausgeprägt sein, da die Regeln verschriftlicht sind.

· Lehrer sind sich der Regeln eher bewusst und sorgen für deren konsequentere Einhaltung.

· Schüler halten sich eher an die Regeln.

· In der Klasse wird eher auf Disziplin geachtet.

· Störaktionen von Schülern führen eher dazu, dass Vereinbarungen getroffen werden.

· Lehrer können sich eher durchsetzen.

· Der Unterrichtsfluss wird weniger gestört.

· Die Unterbrechungen des Unterrichts sind weniger nachhaltig.

· Lärm und Dauerstörungen im Unterricht sind geringer.

· Hartnäckig störende Schüler werden aus dem Unterricht entfernt.

· Störende Schüler haben ihre Mitschüler nicht als Publikum.

· Lehrer können den Unterricht besser planen und geben den Arbeitsplan für die Unterrichtsstunde bekannt.

· Lehrer können ihr vorgenommenes Stoffpensum durchbringen.

· Schüler sind weniger abgelenkt.

· Schüler haben weniger Konzentrationsprobleme.

· Schüler profitieren mehr vom Unterricht.

· Schüler verweigern in einem geringeren Ausmaß die Teilnahme am Unterricht.

· Schüler lassen andere eher ausreden.

· Schüler fühlen sich von ihren Mitschülern weniger belästigt.

· Schüler haben eher Spaß an der Schule.

· Lehrer behalten eher ihre gute Laune.

· Lehrer haben mehr Zeit für die angepassten Schüler.